Welch ein fataler Fall, welch schreckliches Exempel!
Der köstlich-prächtige Sophien-Tempel,
Ein Wunder-Werck der neuen Zeit,
An Heiligkeit, an Pracht, an Kunst und Kostbarkeit,
Ist Mahometh geweyht.
Von Türckschen Seuffzern dampfft und dünstet der Altar,
Der ehemahls den Christen heilig war.
Erschrecklich-strenge Macht der Räuberischen Zeit!
Was lässet uns dein Grimm für wilde Proben sehen!
Von welcher grausen Kostbarkeit
Sind deine gräßliche Tropheen!
Sie hauchen würcklich noch aus Schutt und Graus
So Majestät als Ehrfurcht aus.
Von ihrem Uber-Rest prägt ein bemoster Stein
Zugleich Erstaunen, Gram, Verwund’rung, Mitleid, ein.
Ja eine Lehre selbst find’ ich daran geschrieben,
Die auch im Schutt und Graus selbst unversehrt geblieben,
Ja die so gar in ihrem Sturtz und Fall
Recht ausgedrückt, und überall
Erst deutlich vorgestellt,
Die jedem, der es liest, gleich in die Augen fällt:
Der Menschen Werck ist, wie er selber, nichtig,
Vergänglich, wandelbar und flüchtig.