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1680–1747

Die Kaiser-Crone.

Barthold Heinrich Brockes

B. Wer setzte deinen hohen Throu, O prächtig-schöne Kaiser-Cron’, Allhier so nah am Rosen-Strauch? Da ja der Dornen starre Spitzen,

An stat denselbigen zu stützen, An stat die Blätter zu beschützen, Dir deine Blätter gantz zerritzen? K. So wie du denckest, denck ich auch.

Ich meint’, in stetigem Vergnügen. Auf frischen Rosen sanft zu liegen: So aber reibet Eurus Hauch Mich an die Dornen, ehe noch

Die Rosen aus den Knospen brechen; Wodurch sie denn so manches Loch In mich und meinen Purpur stechen, Jhr Herrscher, die ihr Cronen tragt,

Lasst, was der Bluhmen Crone sagt, Auch euch zur Lehr’ ans Hertze gehen, Indem der allermeisten Cronen Auch noch so fest gegründte Thronen

Beym Rosen-Strauch gepflantzet stehen.

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Die Kaiser-Crone. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove