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1680–1747

Die Hirsch-Jagd.

Barthold Heinrich Brockes

Wir sahen Gärten in der Luft wohl eh' in alten Zeiten prangen; Allein, wer sah wohl eine Jagd, wie hier, in freyen Lüften hangen?

Es stürzt der Hirsch, zusammt den Hunden, und dennoch stürzt er nicht herab, Er scheint in seinem Sprung zu stutzen, und alle schreckt ihr nahes Grab.

Die Hunde hangen an den Zähnen, sie suchen ihren Tod zu fliehn, Und ihrem Fall, der unvermeidlich, durch reges Dreh’n, sich zu entzieh'n,

Die Wut ist hier in Furcht verwandelt. Nein, beyde Leidenschaften scheinen, Wie wenig sie auch sonst vereinbar, in ihrem Blick, sich zu vereinen.

Wir können eigentlich bemerken, wie sich zugleich der Hunde Geist, In ihren aufgerißnen Augen, sich wütig und auch furcht- sam weist.

Wie schwehr ist sonst ein Hund, der fällt, recht nach dem Leben vorzustellen! Hier sieht man hundert Wendungen in so viel unterschiednen Fällen.

Es läßt uns diese fremde Wahl von Stellungen, die alle schön, Daß schöpflich, seh'n.

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