Es hatte jüngst der klare Bach
Aus seinem Graben allgemach
Mit sanftem rieseln sich ergossen,
Der Wiesen frisches Grün stand mehrentheils beflossen:
Und diese Fluth war durch die reine Lufft,
Die in ihr glattes Naß die heitre Klarheit drückte,
Blau, wie Lasur, gefärbt: In diesem schönen Blauen
War, durch des jungen Grases Sprossen,
Von welchen man die Spitzen nur erblickte,
Und die, nah an der Fluth, ein blitzend Lichtlein schmückte,
Das allerschönste Grün zu schauen.
Dieß liebliche Gemisch von Himmel-blau und grün
Ergetzte Blick und Hertz recht ungemein. Es schien
Sich mit der Welt der Himmel zu verbinden,
Absonderlich, wann hier und dort der Bluhmen Pracht
Den Schmuck von einer schönen Nacht,
In Sternen-gleicher Form und Glantz, zugleich uns wiese:
Wir können von dem Paradiese
Uns keinen lieblichern Begriff formiren,
Zumahl,
Wann von dem kaum entwichnen Sonnen-Strahl
Die Abend-Röthe sich in diesem Spiegel bildet,
Und, nebst der herrlichen beflammten Farben Glantz,
Hier viele Stellen schön bepurpurt, andre gantz
Mit Nosen-farbnem Licht bestrahlet und vergüldet.
Das fast Saphirne Blau, das fast Smaragdne Grün,
Der Glantz, der röther als Rubin,
Die hier, bald in getheilt-bald in vereinten Grentzen,
Bald nicht, bald durch einander gläntzen;
Die prägten voller Luft, mir die Betrachtung ein: