Oft hab ich bey mir überlegt, nachdem ich überzeuglich
sehe,
Daß mehrentheils in frohem Dancken der wahre GOttes-
Dienst bestehe,
Was Dancken eigentlich denn sey? Wenn man der Men-
schen Danck erweget,
Und die gemeine kalte Art zu dancken ernstlich überleget;
So kommt es mir nicht anders für:
Als daß man mit dem blossen Schall der Worte:
ich dancke dir!
Die GOttheit gnug bezahlet glaube: ohn daß, vom An-
dachts-Feur gerühret,
Die Seele, durch Erkänntlichkeit empfangner Gaben, et-
was spühret,
So sie zur Gegen-Liebe reitzt, und das sie von der Macht
und Güte
Des grossen Schöpfers aller Dinge unwiedersprechlich
überführet.
Wenn noch, von so viel tausenden, die gar nicht dancken,
ein Gemüthe
Dem grossen GOtt einst dancken will, so werden ihm Jdeen
fehlen;
An Worten fehlt es ebenfalß. Man weiß nicht was man
sagen soll;
Ein kalt
Kömmts hoch, so wird man, als was neues, die Wohl-
that einem Freund' erzehlen.
Auf, laßt uns denn den gantzen Geist, auf, laßt uns
unsrer Seelen Kräfte,
Mit Ernst bemüht seyn anzuwenden zu diesem heilsamen
Geschäfte!