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1680–1747

Die Augen als Spiegel.

Barthold Heinrich Brockes

Des reinen Wassers klare Flut Stellt nicht nur Kräuter, Büsch’ und Hügel, Als wie ein glatt-polirter Spiegel, Ju noch vermehrter Schönheit für;

Sie zeigt uns nebst der Sonnen Glut Des gantzen Himmels helle Zier. Ach mögte gleichfals dir und mir Das Wasser, so in unsern Augen,

Bey dem so schönen Schmuck des Himmels und der Erden, Zum Welt- und Himmels-Spiegel werden! Ach mögt’ auch dieß die Welt zu bilden taugen! Ach drückte doch der wunderschöne Schein

Von aller Creaturen Pracht, Zu dessen Ruhm, der sie gemacht, Durch ihre klare Fluth sich unsern Seelen ein! So würden sie dadurch, wie uns das Wasser, schön

Auch andern Geistern anzusehn, Und, lieblich ausgeschmückt, mit Lust betrachtet seyn.

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Die Augen als Spiegel. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove