Das wundervolle Buch der lehrenden Natur
Zeigt uns ein liebend- weis- allmächtges Wunder-
wesen,
Und giebt es unserm Geist auf jedem Blatt zu lesen.
Von seinem Daseyn zeigt sich überall die Spur,
Den Seelen präget er von seinem wahren Seyn
Den deutlichsten Begriff in dem Begriff selbst ein,
Daß er, durch seine Güt, Erbarmung, Huld und Lieben
Nur ganz allein getrieben,
Geschöpf’ hervorgebracht, um ihnen wohlzuthun.
Auf Liebe kann allein der wahre Grund beruhn,
Daß etwas worden ist. Die Gottheit brauchte nicht,
Als aller Seligkeit selbständig’ ewge Fülle,
Noch seliger zu seyn. Dieß zeiget uns das Licht
Der denkenden Vernunft, auch, daß des Schöpfers Wille
Wohl nicht gewesen sey, Geschöpfe zu erschaffen
Zu dieser Absicht bloß, die Fehler zu bestrafen,
Und folglich, daß er unser Wesen
Zu einem Gegenwurf von seiner Streng’ erlesen,
Gerechtigkeit genannt. So viel befinden wir,
Daß Gott in unsern Geist selbst den Begriff gesenket,
Daß man an solchen Satz ohn Abscheu nicht gedenket.