Es scheint, der Wolf sey mehr zur Strafe, als zum Ver-
gnügen, auf der Welt;
Denn er ist nicht nur mördrisch, grausam, wild, tückisch,
blutbegierig, gräßlich,
Und sonderlich fatal den Schafen, er ist dazu noch scheußlich,
häßlich,
Dabey auch fürchterlich zu hören, wenn er im Winter heu-
lend bellt;
So, daß man fast bey diesem Thier’ auf die Gedanken kom-
men sollte,
Gott würd’ im Wolfe nicht geehrt, und wenn man ihn auch
ehren wollte,
Weil der zu häßlich und zu schädlich. Allein, man muß
hier wohl erwägen,
Daß, ob bey ihm des Schöpfers Wege sich nicht so klar
zu Tage legen,
Wir darum gleich nicht schließen müssen: Wenn auf der
Welt kein Wolf vorhanden,
So wär’ es besser, oder denken, vielleicht wär’ er von
selbst entstanden.
O nein! Denn daß wir es nicht wissen, wozu er eigentlich
gemacht,
Zeigt deutlich unsern Unverstand, umschränkten Geist,
und Unbedacht,
Doch keinen Fehl der Schöpfung an. Zudem, wenn wir
es wohl ergründen,
Sind auch in Wölfen viele Dinge zu unserm Nutzen noch
zu finden.
Wir haben nicht nur ihrer Bälge im scharfen Frost uns
zu erfreuen;
Es dienen ihrer Glieder viele zu großem Nutz in Arzeneyen.