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1680–1747

Der Wissenssucht schädliche Folgen.

Barthold Heinrich Brockes

Mehr als zu viel geschmeichelt wird, doch hat die Wahr- heit ganz und gar Bey solchem Zustand sich verloren, ein unaufhörlichs Zanken, Keifen

Und Widerspruch sich eingefunden. Ein solch Begreifen ist mit Recht Ein wahrer Rechtgeiz wohl zu nennen, Da wir, mit Ausschluß aller andern, das stets bestrittne

Recht allein Für uns allein behaupten wollen, und nichts dem Rest der Menschen gönnen. Ein jeder will unbillig klug, und ganz alleine weise seyn.

Dieß würde nimmermehr geschehen, wenn man, von seiner Nichtigkeit In überführender Erkenntniß, auf göttliche Beschaffenheit Jm Anfang unserer Betrachtung mit Ehrfurcht sein Ge-

sicht gelenket; Indem man denn ohn allen Zweifel in tiefster Ehrer- bietigkeit In das anbetungswürdig’ All sein ganzes Nichts hinein-

gesenket, Und seine große Majestät in einer andachtvollen Stille Verehrt und angebetet hätte; auch würde nimmermehr der Wille

Mit andern Menschen sich gezanket, so ärgerlich sich nicht entzweyet, Vielmehr dahin vereinet haben, sich mit einander zu be- streben,

Gemeinschaftlich des Höchsten Wunder bewundernd frölich zu erheben, Und auch mit unsern Nebenmenschen zugleich in Ei- nigkeit zu leben

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