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1680–1747

Der vernünftige Geruch.

Barthold Heinrich Brockes

Mit innniglich-gerührter Brust, Und gleichsam überschwemmt von Lust, Roch ich jüngst mehr als hundertmahl Den kräftig-recht durchwürzten Dust

Von der Violen Matronal. Um recht gesättiget zu seyn, Zog ich die balsamirte Luft, Mit stets erneuertem Vergnügen,

In kurzen unterbrochnen Zügen, Bald hauchend und bald schnaufend, ein. Um Lust und Dank nun auch zu fügen; Beschloß ich, wenn ich roch und blies,

Den Athem zog und von mir ließ, Bey jedem Anziehn, jedem Hauchen Mich einer Sylbe zu gebrauchen Von diesem Liedchen, welches man

Auch leicht, wie ich, verrichten kann. Dir - riech' - ich - die-se - schö-ne - Bluh-me, O - GOtt, - Der - sie - mir - schenkt, - zum - Ruh-me. Ich - riech' - und - freu' - mich - Dein - in - ihr;

Denn - Du - al-lein - for-mierst - und - gie-best, Zur - Pro-be, - wie - so - stark - Du - lie-best, Der - Bluh-men - Pracht, - Ge-ruch - und - Zier. Die - Kraft - zu - rie-chen - schenkst - Du - mir.

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Der vernünftige Geruch. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove