Dieß Thier scheint eine wilde Ziege zu seyn, doch
von besondrer Art,
Da es nur auf der Alpen Spitzen und nirgend sonst ge-
funden ward.
Am meisten gleichet es den Gemsen, doch siehet man es
Hörner führen
So lang, daß sie ihm, wenn er stehet, gemeiniglich
das Kreuz berühren;
So breit, daß auf die drey Maaß Wasser sich in ein ein-
zigs füllen lassen:
Mit diesen Hörnern weis er nun an Felsen sich so fest zu
fassen,
Daß er, indem er sich daran gemählig hin und wieder
schwingt,
Von einem Felsen zu dem andern bewundernswürdig schnell
sich bringt.
Ja, wenn er auch von einer Höh und unersteiglich steilen
Spitzen
Herunterstürzt, weis er die Hörner auf solche Weise vor-
zukehren,
Und vor den ungeheuren Fall auf solche Weise sich zu
schützen,
Daß auch die allerhöchsten Fälle die Glieder ihm nicht
leicht versehren.
Er braucht sie gegen seine Jäger, so daß er sie, wenn
er erbost,
Und einen Raum zum Anlauf hat, gar oft von hohen
Felsen stoßt.
Sein Fleisch ist eßbar, und sein Fell ist gegen Kälte
trefflich gut;
Auch dienet in der Arzeney besonders dieses Thieres Blut,