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1680–1747

Der Schnee.

Barthold Heinrich Brockes

Ich seh euch nimmer, ohn Vergnügen, Jhr rege weisse Flocken, fliegen, Jhr sinckt, ihr steigt, ihr fallt, ihr spielt. Wer ist, wenn durch der Winde wehen

Wir euch bald schnell, bald langsam sehen, Verworren durch einander gehen, Der nicht ein sanftes schauern fühlt? Zumahl wenn man den weissen Schimmer,

Aus einem wol gewärmten Zimmer, Mit aufgemuntertem Gemüth, Durch aufgethaute Scheiben sieht, Und, frey von Unbequemlichkeit

Der frostig rauhen Winters-Zeit, Den Glantz, den uns der Schnee gebieret, Wenn er die Welt mit Silber zieret, Voll Lust ob GOTTES Werck, erblickt:

Und man, wann Neiff die Bäume schmückt, Wann Frost das Land mit Schollen drückt, Und mit Crystall die Fluth bebrückt, Des Winters Lust, ohn’ Unlust, spührt.

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Der Schnee. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove