Beym Eintritt in die Zeitlichkeit,
Ist, an Verstand, ein neu gebohren Kind,
Fast mehr, als andre Thiere, blind.
Darauf verspielet es die bald verspielte Zeit.
Beym Fortgang wächset zwar sein Leib und sein Verstand
Doch ieder hat sein Ziel. Nichts ist ihm recht bekannt,
Von allem, was Natur, was Geist und Cörper heisset,
Wie sehr er sich zerdenckt, wie sehr er sich befleisset.
Es will kein Element, es will kein Körnchen Sand
Von ihm sich recht begreiffen lassen.
Selbst das, was in ihm denckt, womit er alles fassen
Und gründlich kennen will, ist ihm so wenig kund,
Als alles, was er sucht. Er, dessen Hertz ein Tempel
Des Schöpfers sollte seyn, ein Wohn-Platz Seiner Ehr,
Folgt, wann er älter wird, dem sträfflichen Exempel
Der gantz verderbten Welt, betritt ie mehr und mehr
Die freche Laster-Bahn, macht gleichsam einen Bund,
Zu thun, was er nicht soll, und was er soll, zu lassen,
Zu lieben, was nicht gut, was liebens wehrt, zu hassen.
Dann, kommt sein Leib und Geist zu etwas mehrern Kräfften
Stat daß er im Geschöpf den Schöpfer finden sollt,
So überhäufft er sich mit eitelen Geschäfften.
Sein Ziel, sein einzger Wunsch, sein Herr, sein Gott,
Gold.