Man sieht nicht nur selbst Leidenschaften aus unsers
Künstlers Griffel quellen,
Er weiß nicht nur Grimm, Hunger, Wut und Mord-
Begierde vorzustellen;
Er zwingt selbst unsern freyen Geist, er kann die Seele
selbst bewegen,
Und nach Gefallen Furcht und Mitleid im menschlichen
Gemüht erregen.
Doch halt, mir prägt dein grausam Bild auch lehrende
Gedanken ein!
Sollt’ eines Welt-Bezwingers Blick wohl nicht viel scheuß-
licher noch seyn,
Noch grösser Grausen uns erwecken, und uns bey unge-
zählten Leichen,
Die sein barbarisch Schwerdt zerfleischt, ihm dieses Thier
an Wut nicht weichen?
Der Hunger spornt den Leoparden, den Alexander Ueber-
muht;
Vergiesset jener eines Thieres, vergießt der ganze Ströme
Blut
Von funfzig tausend seines gleichen, durch eiserne gekaufte
Klauen.
Komm, laß denn einst uns, wo du kannst, ein Bild vom
wilden Sieger schauen.
Sein Blick, wofern du ihn recht triffst, geht diesem mord-
begier'gen Thier
An Wüten, Grimm, an Raserey und Gräßlichkeit gewiß
noch für.