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1680–1747

Der Leopard.

Barthold Heinrich Brockes

Beschauet einen Leoparden, betrachtet seiner Glieder Pracht, Die Schönheit der gefleckten Haut, den Muth, das Feu’r, die schlanke Stärke,

Die Ebenmaaße seiner Glieder, und in den allen dessen Werke, Der unter so viel andern Thieren dieß schöne Thier her- vorgebracht,

Der die dazu gehör’ge Muskeln, das Blut, den schnellen Geist, das Leben, Die starken Kiefern, Zähne, Klauen, und all’ am rech- ten Ort gegeben,

Der auch für seine Nahrung sorgt, der, ob dieß Thier gleich fürchterlich Und auch zuweilen schädlich ist, durch die Vernunft doch solche Waffen,

Sie, uns zum Nutzen, aufzureiben, und daß für ihren Muth man sich Nicht eben groß zu fürchten habe, gewürdiget uns zu ver- schaffen;

Was wird mit ihren schönen Bälgen für großer Handel nicht getrieben! Man sieht denn auch in ihm die Spuren von Macht, von Weisheit und vom Lieben.

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Der Leopard. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove