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1680–1747

Der Jgel .

Barthold Heinrich Brockes

Unmöglich kann man dieß Geschöpf ohn einige Be- wundrung sehn, Als dessen sonderlicher Körper, zumalen wie er einge- kleidet,

Von allen uns bekannten Thieren verwunderlich sich un- terscheidet. Man sieht auf seiner ganzen Haut, anstatt der Haare, Hörner stehn,

Die ihn auf eine Weise schützen und so für allen Anfall decken, Daß es nur seltene Gefahren, die ihm bedrohen und ihn schrecken.

Es wird, in dieses Thierchens Bildung, ein recht ab- sichtlicher Verstand, Ein richtig überlegter Endzweck, vor vielen andern noch erkannt.

Der ungezählten harten, starren und sonderbaren Sta- cheln Spitzen, Die zur Erhaltung ihm so nöthig, und die ihn rings umgeben, sitzen

In seiner Haut so ordentlich, und so beweglich einge- senkt, Daß er dieselbe, nach Gefallen, erhebt, sie durch ein- ander schrenkt,

Verbreitet, spreizt und von sich strecket, auch schnell sie wieder niederleget, Und sie, dem Schein nach sonder Ordnung, dennoch ganz ordentlich beweget.

Er richtet aus sich selber gleichsam lebend’ge Palisaden auf;

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