Skip to content
1680–1747

Der Hund.

Barthold Heinrich Brockes

Wo von allen andern Thieren wir mit Rechte sagen können, Daß der Schöpfer uns in ihnen Lust und Nutzen wollen gönnen,

So erfodert es der Hund, daß des Schöpfers Huld hie- bey Jmmer mit Vernunft betrachtet und mit Dank geprie- sen sey.

Alle Vortheil von den Hunden sind so groß, so ungemein, Daß sie nie recht zu beschreiben und fast nicht zu zählen seyn. Selbst entfernte Nationen, welche nicht dergleichen ha- ben,

Wenn man von den Hunden spricht und von allen ihren Gaben, Können es unmöglich glauben, daß ein Thier das Haus bewacht,

Andre Güter schützt und hütet, so des Tages als bey Nacht; Daß es unsere Personen gegen Dieb und Räuber schützt; Was verlohren, wieder sucht; uns zum Bratenwenden nützt;

Daß es wilde Thiere fället, Schafe hütet, Blinde füh- ret, In den allerdicksten Wäldern das versteckte Wild aufspü- ret,

In die Netze treibet, fänget, zu uns bringet, rettet, wehrt, Daß, wenn es erleget ist, es kein andrer Hund versehrt; Füchse würget, Hasen greift, aus der Erde Dächse

treibt; Ja mit seinem Dienst und Nutzen nicht nur auf der Er- de bleibt,

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Der Hund. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove