Wer kann einen edlen Hirsch ohn Bewundrung und
Vergnügen,
In so rasch- und munterm Anstand, laufen, stehen oder
liegen,
Fliehen oder weiden seh’n? Seine herrliche Gestalt,
Sein so leicht- als fester Tritt, zieh’n mit frölicher Gewalt
Ein betrachtend Aug’ auf ihn. Sein erhabenes Geweih,
Die benervte schlanke Schenkel, kurz, des ganzen Kör-
pers Bau
Zeiget einen weisen Urstand, leget eine Macht zur Schau,
Und weist eine Lieb’ und Vorsorg’ auch zugleich für uns
dabey,
Da sein angenehmes Fleisch, das er uns zur Kost gewehrt,
Uns, auf so verschiedne Weis’ zugericht, ergetzt und nährt.
Sollte denn der Mensch nicht billig, wie in allen andern
Werken,
Auch in diesem schönen Thier’ Spuren einer Gottheit
merken?
Und, voll Lust und Dank, begreifen, finden, fühlen,
schmecken, seh'n,
Daß sein’ Allmacht zu bewundern, seine Weisheit zu er-
höh'n?