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1680–1747

Der Herbst.

Barthold Heinrich Brockes

Willkommen kühler, traubenreicher, mit süßem Obst beladner Herbst, Der du die Wälder übergüldest, mit rothem Glanz die Früchte färbst,

Die Welt in bunten Flor verhüllst, das Feld mit feuch- tem Silber tränkest, Uns, das mit Lust verzehrte Wild, nebst tausend Schaaren Vögel schenkest

Von Wachteln, Krammetsvögeln, Lerchen, uns Tische, Küch' und Keller füllst Mit süßem Wein und fettem Mastvieh, mit Lust, so Durst als Hunger stillst,

Und uns, für künftgen Frost, versorgst! Wer kann die Gaben alle zählen, Die du uns recht verschwendrisch reichst, daß uns kein Mangel möge quälen

Jm strengen unfruchtbaren Winter! Wir kommen, durch dich, auf die Spur Und finden: Deine schöne Zeit sey recht die Absicht der Natur.

Es wirkt das ganze Jahr für dich, in dir für uns. Uns zu ernähren, Jm Frost, wenn unsre Mutter schläft, den Unterhalt uns zu gewehren.

Gebenedeyet sey die Liebe, zusammt der Weisheit und der Macht, Die, in der wunderreichen Ordnung, uns zeigt, daß sie an uns gedacht!

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Der Herbst. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove