Skip to content
1680–1747

Der Hase.

Barthold Heinrich Brockes

Dieses Thier scheint nicht allein uns zum Nutzen nur gemacht, Sondern auch zur Lust des Menschen überall hervorge- bracht.

Alle Glieder eines Hasen kommen weislich überein Mit der furchtsamen Natur, die dieß Thier vor andern zeiget. Kopf und Ohren, sonderlich seine lange Hinterbein’, Welche man sonst Sprünge nennt, die zum Absprung

recht gebeuget, Dienen ihm zum Schutz im Laufen, und verlängern unsre Lust, Wenn sein spielend Ohr die Noth, wenn ihn ein Getöse

schreckt, Um bey Zeiten sich zu retten, ihm von weitem schon entdeckt. Seine List ist sonderbar, daß von Spür- und andern Hunden,

Deren Nasen ihm fatal, seine Spur nicht sey gefunden; Macht er hin und wieder Sprünge, eh’ er sich ins Lager legt, Wohin er, ohn diese Vorsicht, nie sich zu begeben pflegt.

Es ist nicht sein Fleisch allein uns zur Nahrung guter Art, Nied- und lieblich von Geschmack, angenehm, und mürb und zart; Auch sein Balg, das Herz, die Lunge, seine Nieren, seine

Geilen Sollen in den Arzeneyen manchem Kranken Hülf’ ertheilen. Haare, Blut und Balg sind nützlich. Stralt denn nicht aus diesem Thier,

Nebst der Weisheit und der Allmacht, auch des Schöpfers Lieb' herfür?

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Der Hase. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove