Welche neue Zierlichkeit, so an Farb, als an Figur, Zeugt, in zubewundernder Pracht und Schönheit, die Jm gestirnten Amaranth! welch ein Purpur! welch ein Glanz! Welche nett geformte Ründe! die dennoch aus lauter Spitzen,
So nach einem klugen Rang, und besondrer Ordnung, sitzen, Recht bewunderns-werth bestehn! Aber seht ihr, zwischen ihnen, in dem Purpur, der so schön, In ganz unverhofftem Schim̃er, Silber-weisse Sternchen blitzen?
Ist es möglich? das ist rar! aber laßt uns weiter gehn, Und die weisse Blume dort, ob auch die gestirnt, besehn, Ja wahrhaftig, ebenfalls. Und noch mehr, die sind vergüldet. Lieber Gott! so Farb als Formen zeigen, in dem Blüm-
Dir zu deinen heilgen Ehren, eine neue Wunder-Zier. Ich bewunderte den Rang, so der Blätter, als der Sternen, Und betrachtete sie näher, um, wie sie formirt, zu lernen. Da ich denn, nicht ohn ein billig Stutzen und Erstaunen, fand,
Daß ein jedes Sternchen immer, mitten in zwey Blättern, stand, Welche eine nette kleine Hülse dergestalt vereint, Daß es nur ein einzigs Blatt, so sich oben theilet, scheint, Ob nun gleich die ganze Hülse, wie an einer Aehre, platt,
Ist dennoch, wenn mans betrachtet, jedes kleine schmale Blatt In sich an den Seiten hohl, und verschränkt ein wolligt Dieses, sechs gesteifte Spitzen, Welche das so nette Sternchen rings um gleichsam unterstützen.
Letzlich ist das Sternchen selbst, in der Mitten, hell und schön, In dem Purpur, weis, wie Silber, und so gelb, als Gold, zu sehn, In dem weissen Amaranth. Was man ferner an ihr sieht, Ist, daß sie, wie andre Blumen, nicht verwelkt; nein, lange
Durch der Blätter Festigkeit, die in ihren engen Röhren, Deren Theilchen dicht- und fester, weil sie wenig Säfte nähren, Dauren sie, auch sonder Wasser. Eben dieser Unterscheid Zeigt aufs neu uns offenbar, auch in der Verschiedenheit,
Daß es Gott nicht minder möglich, auch von festerem Ver- Blumen uns hervor zu bringen. Machst demnach du, liebste Blume, auch durch deinen Bau Da auch du, nach Maaß und Ordnung, eingerichtet und ge-
Daß ein weises Wesen dich wunderbar hervorgebracht, Auch, daß wir dich wohl beschauen, ja in dir auch finden Den allgegenwärtgen Schöpfer, und Jhm Dank und Ehre Da ich denn, Qvell aller Blumen, Schöpfer der gestirnten
In der kleinen Sternen Bildern, in der schönen Blumen hier, Deiner wunderschönen Werke Lieblichkeit und Pracht und Zier, Ja, durch meiner Seelen Auge, Dich, Herr, gleichsam selber sehe; So erfreut sich meine Seele; es ergetzt sich mein Gemüth;
Ich verehre deine Liebe, deine Weisheit, deine Macht, In Betrachtung aller Schönheit, Ordnung, Anmuth, Farb Die dich selbst zum Ursprung hat, die nur du hervorgebracht.
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