Neulich rannt ein grosser Hund, mit erbärmlichem
Geschrey,
Weil man ihn geschlagen hatte, Sporenstreichs mein Haus
vorbey,
Als ich an der Thüre stand. Dieser laute Ton durchdrang
Nicht nur mein beleidigt Ohr, sondern der zu scharfe
Klang
Drang mir durchs Gehör ins Hertz. Da ich denn bewun-
derte
Wie, durch wunderbare Wege, die Natur so gar den
Thieren,
Wenn sie Ungemach und Weh,
Welches ihren Cörpern schädlich, und beschwehrlich ist,
verspühren,
Nicht nur einen Trieb zu schreyen, sondern Werck-Zeug’
ihnen schenckt,
Wodurch laute Tön’ erreget, und wir zur Aufmercksamkeit,
Ja zum Mitleid, wenigstens zur Verdrießlichkeit, gelencket,
Ein so wüst Geschrey zu hören, wodurch sie denn oft
befreit,
Bald aus Mitleid zu uns selbst, bald aus Mitleid gegen
sie.
Diesem Wunder in den Tönen, und den herrlichen Ge-
setzen
Der verständigen Natur, dacht ich ferner, mit Ergötzen
Und mit Ehrfurcht, ernstlich nach. Letztlich kam ich von
dem Vieh