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1680–1747

Der geschlagene Hund.

Barthold Heinrich Brockes

Neulich rannt ein grosser Hund, mit erbärmlichem Geschrey, Weil man ihn geschlagen hatte, Sporenstreichs mein Haus vorbey,

Als ich an der Thüre stand. Dieser laute Ton durchdrang Nicht nur mein beleidigt Ohr, sondern der zu scharfe Klang Drang mir durchs Gehör ins Hertz. Da ich denn bewun-

derte Wie, durch wunderbare Wege, die Natur so gar den Thieren, Wenn sie Ungemach und Weh,

Welches ihren Cörpern schädlich, und beschwehrlich ist, verspühren, Nicht nur einen Trieb zu schreyen, sondern Werck-Zeug’ ihnen schenckt,

Wodurch laute Tön’ erreget, und wir zur Aufmercksamkeit, Ja zum Mitleid, wenigstens zur Verdrießlichkeit, gelencket, Ein so wüst Geschrey zu hören, wodurch sie denn oft befreit,

Bald aus Mitleid zu uns selbst, bald aus Mitleid gegen sie. Diesem Wunder in den Tönen, und den herrlichen Ge- setzen

Der verständigen Natur, dacht ich ferner, mit Ergötzen Und mit Ehrfurcht, ernstlich nach. Letztlich kam ich von dem Vieh

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