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1680–1747

Der gelbe Mah.

Barthold Heinrich Brockes

So blühest du nun auch in deiner güldnen Pracht, Dem, der so dich, als uns, und alle Welt gemacht, Auch hier, zum ersten mahl, zum Preis und Ruhme, Gold-gelber Mah, Bewunderns-wehrte Blume,

Die du vor kurtzer Zeit auf der Chineser Gräntzen Die glatten Blätter liessest gläntzen! Du, die noch nie ein Aug in Teutschland jemahls sah! Da du vorhin so fern, bist mir anjetzt so nah!

Auf welche wunderbahre Weise Vollführtest du solch’ eine lange Reise? Nie gnug gepriesner Dem, an Erfahrung, Geist und Kunst, fast keiner

gleich, Durch deiner edlen Neu-Begier Vernünft’gen Trieb, erblicken wir Nunmehr auch hier

Des gelben Mah Betrachtungs-wehrte Zier. Er hat mit Achtsamkeit dich dorten blühen sehn, Geliebte Blum’, er fand dein frembdes Wesen schön Und wehrt, daß dein Geschlechte

Von andern Völckern auch gesehen werden mögte. Drum nahm er, da es nicht dein zartes Wesen litt, Dich selbst, in deinem Flor, mit sich zu nehmen, Die Ur-Kraft, in dem Saamen, mit

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