So blühest du nun auch in deiner güldnen Pracht,
Dem, der so dich, als uns, und alle Welt gemacht,
Auch hier, zum ersten mahl, zum Preis und Ruhme,
Gold-gelber Mah, Bewunderns-wehrte Blume,
Die du vor kurtzer Zeit auf der Chineser Gräntzen
Die glatten Blätter liessest gläntzen!
Du, die noch nie ein Aug in Teutschland jemahls sah!
Da du vorhin so fern, bist mir anjetzt so nah!
Auf welche wunderbahre Weise
Vollführtest du solch’ eine lange Reise?
Nie gnug gepriesner
Dem, an Erfahrung, Geist und Kunst, fast keiner
gleich,
Durch deiner edlen Neu-Begier
Vernünft’gen Trieb, erblicken wir
Nunmehr auch hier
Des gelben Mah Betrachtungs-wehrte Zier.
Er hat mit Achtsamkeit dich dorten blühen sehn,
Geliebte Blum’, er fand dein frembdes Wesen schön
Und wehrt, daß dein Geschlechte
Von andern Völckern auch gesehen werden mögte.
Drum nahm er, da es nicht dein zartes Wesen litt,
Dich selbst, in deinem Flor, mit sich zu nehmen,
Die Ur-Kraft, in dem Saamen, mit