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1680–1747

Der Esel.

Barthold Heinrich Brockes

Auch der Esel, ob man ihn sonder Ursach oft verach- tet, Ist, wenn man sein ganzes Wesen ohne Vorurtheil be- trachtet,

Ein besonders nützlichs Thier. Ist sein Geist gleich dumm und träge, Läßt er sich gleich zu der Arbeit selten leiten, als durch Schläge;

Ist er dennoch sehr geduldig, dauerhaft, und stark da- bey, Große Lasten wegzutragen: daß auch in der Arzeney Dieses Thieres Milch besonders von dem stärksten Nutzen

sey; Zeiget die Erfahrung täglich. Womit man ihn hält und nährt, Ist von so geringen Kosten, daß sein Futter fast nichts

werth: Dorn und Diesteln, Stroh und Spreu, was so Pferd als Rindvieh liegen, Fallen lassen und zertreten, frißt der Esel mit Vergnü-

gen. Außer daß er Lasten trägt, brauchet man ihn auch zum Pflügen, Karrenziehen und zum Egen. Seine Milch dient nicht

allein In der Schwindsucht, auch zur Gicht und zum Poda- gra; sie heilet Innere Entzündungen, sie soll gar vortrefflich seyn,

Eine schöne Haut zu machen, sie ergänzet und ertheilet

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