Auch der Esel, ob man ihn sonder Ursach oft verach-
tet,
Ist, wenn man sein ganzes Wesen ohne Vorurtheil be-
trachtet,
Ein besonders nützlichs Thier. Ist sein Geist gleich dumm
und träge,
Läßt er sich gleich zu der Arbeit selten leiten, als durch
Schläge;
Ist er dennoch sehr geduldig, dauerhaft, und stark da-
bey,
Große Lasten wegzutragen: daß auch in der Arzeney
Dieses Thieres Milch besonders von dem stärksten Nutzen
sey;
Zeiget die Erfahrung täglich. Womit man ihn hält und
nährt,
Ist von so geringen Kosten, daß sein Futter fast nichts
werth:
Dorn und Diesteln, Stroh und Spreu, was so Pferd
als Rindvieh liegen,
Fallen lassen und zertreten, frißt der Esel mit Vergnü-
gen.
Außer daß er Lasten trägt, brauchet man ihn auch zum
Pflügen,
Karrenziehen und zum Egen. Seine Milch dient nicht
allein
In der Schwindsucht, auch zur Gicht und zum Poda-
gra; sie heilet
Innere Entzündungen, sie soll gar vortrefflich seyn,
Eine schöne Haut zu machen, sie ergänzet und ertheilet