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1680–1747

Der Dachs.

Barthold Heinrich Brockes

Wie viele Thiere steile Höh'n, so lieben Dachse dunk- le Tiefen Und finstre Löcher in der Erde, worinn sie nicht des Tags nur schliefen,

Nein, worinn sie die halbe Zeit des Lebens selbst sich fast begraben, Und ihre Lagerstatt darinn, so lang der Winter währet, haben:

Dann schlafen sie die ganze Zeit, dann sollen sie von sich sich nähren, Und bloß von ihrem eignen Körper und ihrem eignen Fet- te zehren.

Sonst nähret dieses Thier sich meist von Regenwürmern, Käfern, Schnecken, Von Molchen, Kröten, Fröschen, Mäusen und anderm Ungeziefer mehr.

Doch lassen sie auch junge Hasen, zusammt Kaninichen, sich schmecken, Auch junge Vögel sonderlich. Sie sind sehr fett, es wird das Schmeer

Als eine Haut herabgezogen, und nützet sehr in Arzeneyen. Des Fleisches hat man sich nicht minder, wenn es ge- salzen, zu erfreuen. Die Häute, welche denen Sattlern, den Täschnern auch,

zu Gute kommen, Die werden viel zu Reisekasten, zu Pinseln wird das Haar, genommen. So daß selbst an dem faulen Dachs ein fromm- und bil-

liges Gemüth, Wie sehr auch er den Menschen nützt, mit Dank und mit Bewundrung sieht.

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