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1680–1747

Der Biber.

Barthold Heinrich Brockes

Wo eins von allen andern Thieren den Menschen was Beträchtlichs zeiget, So ist es dieß besondre Thier; indem, was man an ihm erblickt,

Fast alles das, was Thierisch heißt, in seinem Bauen übersteiget, Da solches nicht allein von ihm bewundernswürdig zuge- schickt,

Da es die größten Bäume fällt, das Holz in richt’ge Stücke theilet, Sie auf die breite Schwänze legt, mit ihnen nach der Wohnung eilet,

Sie künstlich, regelmäßig fügt; ja, daß die Flut sie nicht verschwemmet, Mit großer Vorsicht, Müh und Fleiß oft einen ganzen Fluß verdämmet.

Sie theilen ihre Wohnung selbst in unterschiedne Stock- werk ein, Damit sie in dem obersten, bey feuchten Zeiten, sicher seyn.

Verwunderlich ist die Geduld, da, wenn sie sich, ge- scheucht, verstecken, Sie sich in zwey bis dreyen Tagen nicht wieder aus der Flut entdecken.

Die Wilden, welche diesen Vorthel denselbigen nun ab- gemerkt, Sind durch dieß Beyspiel der Geduld, in einer Art Ge- duld gestärkt,

Da sie sich für geschimpfet halten, von Bibern sich be- siegt zu sehn:

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