Skip to content
1680–1747

Das Welt-Buch.

Barthold Heinrich Brockes

Das grosse Buch der Welt giebt uns von deinem Wesen, O Schöpfer aller Welt, viel herrliches zu lesen; Wohin ich gehe, wo ich stehe Wohin ich dencke, hör’ und sehe,

Erblick ich überall Bewundrungs-wehrte Schriften, Die, daß dein’ Allmacht-Hand, aus ew’ger Huld getrieben, Sie blos, in unsrer Lust, zu deinem Ruhm geschrieben, Ein unvergänglich Merckmahl stiften.

Es zeiget uns die Schrift der Creaturen, Ja jeder Buchstab schon allein, Von deiner Macht ein Licht, und einen hellen Schein Von deiner Weisheit Spuren.

Gewehnte man sich nur, zu deiner Ehr’, O GOtt! in dieser Schrift zu buchstabiren; So würd uns immer mehr und mehr Dein grosses Wort, ihr wahrer Innhalt, rühren,

Und dieses Wunder-Buch des Himmels und der Erden Würd’ uns das rechte Buch der Weisheit werden.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Das Welt-Buch. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove