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1680–1747

Das Schau-Spiel der Natur.

Barthold Heinrich Brockes

Die grün-bewachsnen Hügel schenen von unten über- wärts zu steigen, Und, wenn wir auf denselben stehn, von oben abwärts sich zu neigen.

Die überall-bewachsnen Seiten, wenn sie kein Ackers-Mann bebaut, Deckt Busch-und Strauch-und Kräuter-Werck, insonder- heit das Farren-Kraut.

Doch ist das aller-angenehmste, wenn auf bebüschter Hü- gel Höh'n Wir hoher Wipfel grüne Dächer auf Säulen-gleichen Stämmen sehn.

Da theils, in steter Nachbarschaft, der Büchen-Eich- und Linden Schatten, Die Kühlung allgemein zu machen, gemeinschaftlich sich gleichsam gatten,

Theils, wenn sie mehr entfernet frehn, durch Schatten- Strich', im Gegensatz Vom gelben Korn, vom grünen Klee, die feurig ange- strahlten Stellen

Noch desto kräftiger erheben, den hellen Schmuck noch mehr erhellen. Hier sieht man, ausser sich vor Lust, manch nach der Schnur beflantzten Platz

Von hohen dunckel-grünen Eichen, als Scenen auf dem Schau-Platz, stehen, Wor zwischen weiß-und gelbe Felder dem Gold und Silber ähnlich sehen.

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