Von allen Thieren in dem Thierreich wird fast kein
einziges gefunden,
In welchem, zu des Menschen Besten, so gar viel nütz-
liches verbunden,
Als in den sanft- und frommen Schafen. Es nützt
von dem, was an ihm ist,
Ein jedes Glied und alle Theile; das Fleisch, die Milch,
die Haut, die Klauen,
Die Wolle, die Gedärme, Knochen, die Hörner, ja
sogar der Mist.
Es speist und tränket uns das Schaf, es kleidet uns.
Die Länder bauen,
Verspüren durch dieß holde Thier, zumal durch seine
Fruchtbarkeit,
Verschiednen Segen, werden reich, und auf verschiedne
Art erfreut.
Es zeigt die alt’ und neue Zeit, wie mancher Nutz aus
Schafen sprieße,
Und scheint daher das Sprüchwort wahr: es hab’ ein
Schäfgen güldne Füße.
Ja, wenn ich es recht überlege, so scheint an diesem
Thier allein
Sein Körperlichs nicht nur zu Nutzen, es scheint sogar
des Geistes Wesen
Zu einem Sinnbild holder Sanftmuth und der Geduld
für uns erlesen,
Und dieß Thier ein belehrend Thier, ein Bild der Fröm-
migkeit, zu seyn.
Wer etwan meynt, dieß sey zu viel, der darf nur Hirten-
lieder lesen;