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1680–1747

Das Rennthier.

Barthold Heinrich Brockes

Welch ein rasches Thier ist dieß! Welch ein prächti- ges Geweih Trägt es, überall gezackt! Wie ein Pferd ist es bemähnet, Einem Kalbe gleicht sein Haupt. Einige sind wild und

frey, Andere sind uns zum Dienst zahm und sonderbar ge- wehnet. Dieses Thier zu unterhalten, sind die Kosten gar nicht

groß, Denn es kratzt zu seiner Nahrung ein verworfnes weißes Moos, Das in öden Feldern wächst, selber unterm Schnee

herfür: Und dennoch sind Fleisch und Haut, Knochen, Sehnen, Milch und Haar Allesammt dem Menschen nützlich. So wird auch in

diesem Thier Seines Schöpfers Weisheit, Allmacht, sammt der Huld, uns offenbar.

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Das Rennthier. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove