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1680–1747

Das Pantherthier.

Barthold Heinrich Brockes

Nunmehr kömmt, in unsrer Ordnung, das ergrimmte Pantherthier, Dem zu Ehren zu betrachten, welcher es gemacht, uns für, Das in seiner Art nicht minder wohlgebildet ist und

schön, Da wir auf der ganzen Haut nichts als schöne schwarze Flecken, Mit besonder scharfem Umstrich und sehr nett geformt,

entdecken, Die auf röthlichgelbem Grunde in der schönsten Ordnung stehn. Ob nun gleich sein Grimm, die Stärke, die Geschwindig-

keit, die Wut Oftermals den Menschen tödtlich, und nicht selten Schaden thut; Ist doch auch in diesem Thier’, wie in allen andern Werken,

Eines mächt’gen Schöpfers Ordnung bey dem Aufenthalt zu merken, In der ihnen angewies’ nen Wohnung, da sie in den Wüsten, Von der Menschheit abgesondert, und entfernet, einsam

nisten, Und nur an sehr wenig Oertern. Jhrer bunten Bälge Pracht Wird aus so entfernten Ländern auch sogar zu uns ge-

bracht, Und sehr gern von uns genützet: daß wir also Vortheil spüren, So im Handel als Gebrauch, und uns auch bereichert sehn

Durch dieß schön’ und wilde Thier, sonder in Gefahr zu stehn, Leib und Leben zu verlieren.

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