Der Bewohner der Gebirge, das verschlafne Murmel-
thier,
Ist von einer andern Art. Dieß, wenn es im Schnee u. Frost,
Seine meiste Zeit verschläft, kömmt im Frühling nur herfür
Und besorgt zu künft’gem Winter auf das neue Nest und
Kost.
Jhre Löcher richten sie mit besondrer Ordnung ein;
Daß sie nämlich frey von Unrath, und beständig reinlich seyn,
Graben sie ein eignes Loch. Wie sie zu den nöth’gen Dingen,
Die sie zu dem Lager brauchen, Gras und Heu zusammen
bringen,
Ist wohl recht verwunderlich. Eins sieht man sich nie-
derstrecken,
Die vier Beine über sich, da die andern es bedecken,
Und so viel es halten kann,
Busch und Strauchwerk auf ihn tragen,
Dann fass’t jedes dessen Schwanz sanfte mit den Zähnen an,
Und so schleppen sie gewöhnlich diesen lebendigen Wagen
Als bey einer Deichsel fort. Dieß thut einer nach dem
andern,
Jeder, wenn die Reih ihn trifft, muß nach dieser Ordnung
wandern,
Keiner wird damit verschonet. Wenn es frißt, sitzt dieses Thier,
Hält die Kost in rordern Pfoten, wie ein Eichhorn, fast wie
wir.
Fleisch vom Murmelthier soll niedlich, wie das beste Wild-
prät, schmecken,
Und sein Schmalz ist trefflich heilsam. Kann man also auch
in ihnen,
Da sie uns zu mancherley Nutzen und Ergetzen dienen,
Eines weisen Wesens Absicht, Weisheit, Macht und Lieb’
entdecken.