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1680–1747

Das Lachen.

Barthold Heinrich Brockes

Daß GOtt, vor allen andern Thieren, auf Erden uns vergnügen wollen, Und daß es eigentlich Sein Wille, daß wir uns hier ver- gnügen sollen,

Davon scheint in der That das Lachen ein deutlicher Be- weis zu seyn, Als welches allen Thieren fehlt, es hat es bloß der Mensch allein.

Sprich nicht: Ja, ja, wir können lachen; wie aber wirds ums Weinen stehen? Jm selben können wir nicht minder ein Merkmahl der Betrübniß sehen.

Nein, wenn du es recht überlegst; so kann das Weinen dieß nicht hindern; Es dient nicht, unser Leid zu mehren; vielmehr dasselbige zu lindern,

Wie uns ja die Erfahrung lehrt. Wenn ein Betrübter weinen kann; So greift der schwarze Gram sein Herz so heftig, wie vor- her, nicht an;

Ja, Thränen können einen Trost in andern uns sogar er- regen, Und öfters andere zu Thränen, zum Mitleid, ja zur Hülf’, bewegen;

Drum bleibt mein erster Lehr-Satz fest, zu welchem ich mich wieder lenke: Das Lachen selbst zeigt GOttes Güte, und ist ein göttli- ches Geschenke.

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