Daß GOtt, vor allen andern Thieren, auf Erden uns
vergnügen wollen,
Und daß es eigentlich Sein Wille, daß wir uns hier ver-
gnügen sollen,
Davon scheint in der That das Lachen ein deutlicher Be-
weis zu seyn,
Als welches allen Thieren fehlt, es hat es bloß der Mensch
allein.
Sprich nicht: Ja, ja, wir können lachen; wie aber wirds
ums Weinen stehen?
Jm selben können wir nicht minder ein Merkmahl der
Betrübniß sehen.
Nein, wenn du es recht überlegst; so kann das Weinen
dieß nicht hindern;
Es dient nicht, unser Leid zu mehren; vielmehr dasselbige
zu lindern,
Wie uns ja die Erfahrung lehrt. Wenn ein Betrübter
weinen kann;
So greift der schwarze Gram sein Herz so heftig, wie vor-
her, nicht an;
Ja, Thränen können einen Trost in andern uns sogar er-
regen,
Und öfters andere zu Thränen, zum Mitleid, ja zur Hülf’,
bewegen;
Drum bleibt mein erster Lehr-Satz fest, zu welchem ich mich
wieder lenke:
Das Lachen selbst zeigt GOttes Güte, und ist ein göttli-
ches Geschenke.