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1680–1747

Das Elend-Thier.

Barthold Heinrich Brockes

Welch ein sonderbar Geschöpf! halb ein Hirsch und halb ein Pferd, Wovon das Original, auch die künstliche Copie, Beyde, daß man sie bewundert, und, mit ernsten Blicken, sie, Der Natur und Geister Urquell bloß zum Ruhm, betrachtet,

Sein Geweih ist ganz besonders, und als sonst kein Thier Eines Adlers Schwingen gleich, wenn er sie herunter schläget. Von der Klaue saget man, daß sie große Kräfte heget, Und im Krampf und Nerven-Schmerzen, Linderung und Hül-

Da die Dicke seiner Haut weder Stich noch Hieb durchdringet: Braucht man sie an Panzers statt, da sie Schirm und Nutzen Seines Körpers Schwere gleichet einer ziemlich starken Kuh. Vorn am Halse ist es zottigt, aber glatt nach hinten zu.

Um sein langes Ober-Maul, soll man es, nicht vorwerts gehen, (daß es ihm nicht hindr’ im Grasen,) sondern rückwerts wei- Langen Durst und schwere Arbeit, ist es tüchtig zu ertragen. Doch da ich dieß Kupfer seh, zwingt mich fast die Kunst zu

Ob die kluge Schwärz am Thier mehr die Landschaft wei- Oder ob die linde Landschaft es noch mehr herausgebracht.

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