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1680–1747

Das durch die Cörper verherrlichte Licht.

Barthold Heinrich Brockes

Man siehet jetzt die Welt im Licht-Meer gleichsam schwimmen, Und in gefärbter Glut der Sonnen herrlich glimmen; Jhr bunter Glantz, ihr schön gefärbter Schein

Scheint himmlisch fast, nichts irdisches, zu seyn. Es fiel, indem ich jüngst auf einer Höhe stand, Und tausendfache Lust am bunten Glantz empfand, Den mir die Sonne wies, mir folgends ein:

Die Sonne scheint, nebst tausend schönen Dingen, Der Pflantzen Pracht darum hervor zu bringen, Damit ihr eignes, uns sonst gar nicht sichtbar, Licht, Wenn es sich nicht an Cörpern bricht,

Durch diese schöne Zucht der Erden, Jm Wiederschlag uns möge fichtbar werden. Denn dadurch, daß sich an der Cörper Flächen, Jm Wiederschlag, die strahlen brechen,

Vermag nur an des Lichts sonst unbekannten Schätzen, Sich unser Geist, durchs Auge, zu ergetzen. Es scheint es ließ die Sonne darum blos Die Pflantzen aus dem duncklem Schoß

Der Erde steigen, Um ihrer Strahlen Pracht in ihnen uns zu zeigen. Weil sonst, wie bunt, wie hell, wie wunderschön Der Strahlen Eigenschaft, nicht, ohne sie, zu sehn.

Da wie bekannt, die Farben anders nichts Als Eigenschaft- und Mildrungen des Lichts, So wie sie an den Bau verschiedner Cörper fallen, Nachdem die Strahlen an- und wiedr abwärts prallen.

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