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1680–1747

Danck-Gedancken.

Barthold Heinrich Brockes

Mein GOTT! die neu-beblühmte Welt, (In deren wunderbaren Pracht Du uns die Grösse Deiner Macht, Und Deiner Liebe, vorgestellt,) Erregt mein wallendes Geblüte.

Des Himmels rein- und heitres Licht Erheitert mein vergnügt Gesicht, Belebt mein schläffriges Gemüthe. Da diese holde Frühlings-Zeit

Mit Gras und Kräutern unsre Felder, Mit Frücht’ und Blättern Bäum’ und Wälder, Der Thier’ und Menschen Blut mit reger Fruchtbarkeit So schmückt, als füllt; sollt’ unsern Seelen

Es denn allein am Trieb’, auch sich zu schmücken, fehlen? Und sollten sie allein auf Erden Unfruchtbar seyn? Geliebte Menschen, nein! Lasst uns zu dieser Zeit nicht minder

Sie, schön zu schmücken, nicht allein, Auch zu vermehren, sorgsam werden! Gedancken sind der Seelen Kinder: So lasst die Seelen sich bemühn

Auch schöne Kinderchen zu ziehn. Nun räumet mir vermuthlich ieder ein: Daß Danck-Gedancken GOTT die liebsten Kinder seyn.

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