Kann das wol möglich seyn!
Sprach ich, als jüngst mein Gärtner mir,
In einer purpur-farbnen Zier,
Und einem weissen Silber Schein,
Ein Croceon avton mit diesen Worten gab:
Durch blosse Luft allein genähret werde.
Ich setzte sie demnach, um dieses zu probiren,
Und von der Wahrheit deß mich selbst zu überführen,
Gleich vor mein Fenster hin, und fand es würcklich wahr.
Die Blume wächs’t und blüht an diesem Ort
Ohn Erd’ und sonder Naß beständig fort.
Mein Leser, sprich mit mir: ist dieß nicht wunderbar?
Wir haben erst vor wenig Jahren,
Daß Blumen, setzt man sie nur auf ein Glas,
Ohn Erde, bloß allein durchs Naß
Gedeyen, gantz erstaunt erfahren:
Hier stellt der Schöpfer uns ein neues Wunder dar,
Und zeigt in dieser Blum uns klar
Und überzeuglich an,
Zu seinem Lobe, Ruhm und Preise,
Und seines grossen Nahmens Ehren,
Daß er, auf ungezehlte Weise,
Die Creatur erschaffen, nähren,
Versorgen und erhalten kann.
Ach mögten wir demnach, ohn dich, HErr, zu erhöhen,
Dieß seltne Blümchen nimmer sehen.