Ist es möglich, schon anjetzt, in der härtften Winter-Zeit,
Da die Fluht mit Eis beleget, Garten, Feld und
Wald beschneit,
Lieblich riechende Eyrenen, funckelnde Gentianellen,
Crocos, Lilien-Convalljen, ja die schönste Pfirschen-Blüth,
Tulpen, Hyaeinth, Terzetten, wie man hier bewundernd
sieht,
Zu erblicken, ja daß solches möglich, sich nur vorzustellen!
Ach, mein GOtt, durch deine Güte, nehm’ ich in
derselben Pracht,
Mit Vergnügen, deine Weisheit, deine Wunder, deine
Macht,
Die durch dich stets regen Kräfte der Natur auch jetzt in
acht,
Und, durch ihre holde Schönheit, auch im Frost recht
angelacht,
Fühl’ ich, wie mein innerstes recht gelabet, recht erqvicket,
Ja, durch ämsige Betrachtung ihres Schmucks, fast selbst
geschmücket,
Zu dir hingezogen wird. Diese Pracht, die sie erblickt,
Wird ihr gleichsam zugeeignet, und, wie wir, noch einst
so schön,
Einer Schönen zarte Haut, bey ihr nahen Blumen, sehn;
Stellt sich eine frohe Seele, wenn sie Blumen so besieht,
In selbst blühenden Jdeen würcklich selbst verschönert mir,
Bey der weissen Hyacinth und der rohten Pfirsich-Blüt’,
Röther noch an Lieb und Andacht, weisser noch an Un-
schuld, für.