Skip to content
1680–1747

Bluhmen.

Barthold Heinrich Brockes

A. Es währt der Bluhmen Zier ja nur so kurtze Zeit; Und dennoch wird derselben Pracht Uns alle Nacht Geraubt, und können wir an ihnen das, was schön,

Die halbe Zeit von ihrer Daur, nicht sehn. Mich deucht es scheint hieraus zu fliessen, Daß sie für uns nicht, wie man glaubt, gemacht. Wie, nach des Winters Sturm und rauhem Frost im Lentzen

Die Vorwürff’ alle schöner gläntzen; Und wie, wenn unsre Lust uns die Gewohnheit stöhrt, Der Wechsel sie uns wieder schencket, Sie schmacksam macht, und noch vermehrt;

So deucht mich, wenn die Nacht sich zu uns lencket, Daß es nur bloß zu diesem Zweck geschehe, Damit man, mit noch grössrer Wonne, Bey heller Wiederkunft der Sonne,

Sie, nach dem scheiden, wieder sehe.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Bluhmen. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove