Es sucht mit tausend Lust allhier
Der bunten Blumen bunte Zier
Und über-wunder-schön Gepränge,
In der fast ungezehlten Menge
Von Liljen, Mah-und Rosen,
Den Augen lieblich liebzukosen,
Zumahl wenn ein gelinder West,
Der sanft sie hin und wieder schwencket,
Die Farben durch einander lencket,
Wodurch es denn nicht anders läßt,
Als wenn, in bunt-und regem Schein,
Sie lebende Tapeten seyn.
Wer kann so schöne Decken sehen,
Die unsers Schöpfers Allmachts-Hand,
Uns zu erfreuen, ausgespannt,
Ohn’ ihn in ihnen zu erhöhen?
Es scheint der bunten Blumen-Flächen
So wunderschön
Nicht nur allein von ihres Schöpfers Macht,
Sie scheint auch
Ein tausendfach gemischter Duft
Efüllt und balsamirt die Luft,
Und saget gleichsam unserm Sinn:
Lenckt doch auf uns die Sinnen hin!
Jhr könnt durch Riechen, Sehn und Schmecken
So Lieb' als Macht in uns entdecken.
Die Menge so verschiedner Säfte,
Die Anmuth tausendfacher Kräfte,