Und, eh’ er durch ein übereilt Bewegen
Sich selbst entführen lässt, erst selber überlegen,
Auf welche Weis er siehet, was er sieht,
Und was sein Werckzeug sey: wo er sich nicht bemüht
Dergleichen wol zu unterscheiden;
So ist die Folge schlimm. So, wann uns, nach dem Schein
Ein Thurm, der viereckt ist, von fern scheint rund zu seyn.
Wenn ein gerader Stock, den wir ins Wasser sencken,
Gekrümmt scheint, ohn daß man durchs Aug’ kan anders
dencken:
So spricht man zwar, es muß ein Sinn den andern lehren,
Die Füsse dürffen uns zum Thurm nur näher führen,
Man darf ja nur den Stock berühren:
Allein,
Wo soll denn endlich doch der Wahrheit Richtschnur seyn?
Ist es nicht bloß der Geist, der sich bemüht und lernet
Die Ursach, wodurch er vom Wahren sich entfernet?