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1680–1747

Betrachtungen über das Gesicht.

Barthold Heinrich Brockes

Und, eh’ er durch ein übereilt Bewegen Sich selbst entführen lässt, erst selber überlegen, Auf welche Weis er siehet, was er sieht, Und was sein Werckzeug sey: wo er sich nicht bemüht

Dergleichen wol zu unterscheiden; So ist die Folge schlimm. So, wann uns, nach dem Schein Ein Thurm, der viereckt ist, von fern scheint rund zu seyn. Wenn ein gerader Stock, den wir ins Wasser sencken,

Gekrümmt scheint, ohn daß man durchs Aug’ kan anders dencken: So spricht man zwar, es muß ein Sinn den andern lehren, Die Füsse dürffen uns zum Thurm nur näher führen,

Man darf ja nur den Stock berühren: Allein, Wo soll denn endlich doch der Wahrheit Richtschnur seyn? Ist es nicht bloß der Geist, der sich bemüht und lernet

Die Ursach, wodurch er vom Wahren sich entfernet?

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