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1680–1747

Betrachtung der Seele.

Barthold Heinrich Brockes

Ein Wunderwerk, das nimmer gnug zu achten, zu bewun- dern ist, Und worinn man des Schöpfers Weisheit am überschweng- lichsten ermißt,

Ist unsers Leibes und der Seele nie zu erforschender Ver- band; Je mehr man ihm sucht nachzuforschen, je mehr bleibt er uns unbekannt.

Ein jeder Theil, für sich betrachtet, hat nichts von allen Eigenschaften, Von keiner Wirkung, keiner Handlung, die an dem andern Theile haften,

Und doch, da sie vereinet sind, wird, durch ein’ unbekannte Macht, Die Wirkung, welche jeder fehlte, verwunderlich hervor- gebracht.

Der bereitet, Und dennoch reget er sich nicht, wenn ihn die Seele nicht begleitet,

Die sich doch nicht bewegen kann. Die als Pein, Die, sonder unsers Cörpers Beytrag, doch nicht von ihr

empfunden seyn, Und doch besitzet sie kein Cörper. Die Seele sieht den Cörper an,

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