Wir haben, bey der Frucht, der Bäume schon gedacht. Allein dieselbigen verdienen, Daß hier insonderheit von ihnen Noch etwas werde beygebracht.
Es giebet Bäum’, auf deren Rinden Wir zweymahl Frücht’ in einem Jahr, Mit billigem Erstaunen, finden: Wann noch auf andern gar
Sich Jahr’ und Jahres-Zeiten binden. Da wir auf ihnen, sonder Zahl, Nicht reiff’ und reiffe Frücht’ und Bluhmen, Woran zugleich sich Zung und Nas’ und Aug’ erquicken,
Mit einer gantz von Lust durchdrungnen Seel’ erblicken. Indem wir ja darin von unsers Schöpfers Macht Die unumschränckte Freiheit sehen; Daß, da Er der Natur Gesetz verändern kann,
Er ihr Beherrscher sey, und daß, von allen Sachen, Er alles, was Er will, zu aller Zeit kann machen. Ich finde, daß die Bänme, welche klein Und von der Mittel-Gattung seyn,
Die niedlichsten und besten Früchte bringen. Je mehr sie in die Höhe dringen, Je minder ist die Frucht für uns bequem. Woraus ich diese Lehre nehm,
Und deucht mich, daß insonderheit die Reben In ihrer Sprache mir dieselbe deutlich geben: Daß in der Niedrigkeit, und nahe bey der Erden, Die besten Früchte meist gefunden werden.
Die andern, welche nichts als Blätter tragen, nützen Nicht weniger, als die, so fruchtbar, da durch Stärcke Sie in den Häusern uns für Frost und Regen, schützen. Sie dienen ferner uns in mancherley Gewercke,
Zur Schiff-Fahrt sonderlich; so daß in ihnen, Da sie uns noch fast mehr, als die, so fruchtbar, dienen, Wenn wir es mit Vernunfft und ernstlich überlegen; Man Göttliche Versehung auch deßwegen
Nicht guug erhöhn und preisen kann.
Cookies on Poetry Cove