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1680–1747

Balsamina.

Barthold Heinrich Brockes

Auch hat mir die so süß', als holde, Pracht Der lieblich weiß- und roth-gemischten Balsaminen, Zum Preise deß, der sie gemacht, Längst der Betrachtung wehrt geschienen.

Jhr ist im bunten Blumen-Reich, So wohl an Form’, als Farbe, keine gleich. Sie scheint, wenn wir sie Anfangs sehn, Aus mehrern Vlättern zu bestehn;

Doch schauen wir sie recht; bestehet die Figur Blos aus vier Blättern nur, Die aber so verwunderlich verschrenckt, Geformet und geordnet sitzen,

Daß es kein Mensch gedenckt, Der nicht, mit Achtsamkeit, die Augen auf sie senckt; Da sie denn in der That Fast die Figur von einer Gieß-Kann’ hat.

An eines rothen Stengels Spitzen Sitzt erst ein breites Blatt, Das überall sonst platt und glatt, Doch oben, wo es sich sanft auszuhöhlen pflegt,

Ein kleines grünes Spitzgen trägt; An dessen Fuß erscheint der andern Blätter Par, Die in der Mitten Natürlich schienen ausgeschnitten,

Und welche man so lieblich ausgeründet, So nett gebogen findet, Daß es ein offnes Hertz formirt, In welchem sich der Blick verliehrt,

Und sich in eine Tieffe führt,

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