Da GOtt in seiner Creatur
So wunderwürdig sich erwiesen;
Ja da derselbe sich nicht nur
Erwiesen; sich noch immer weis’t:
Wie daß man ihn, wenn man ihn nicht gepriesen,
Auch noch in unsrer Lust nicht preis’t!
Ist sein Geschöpf, wie oder er, nicht wehrt,
Daß man in ihnen ihn verehrt?
Ist etwan, lieber Mensch, für deinen hohen Geist
Das, was er schuf, zu niedrig zu geringe?
Es scheint so gar der Schöpffer aller Dinge
Nicht deiner Achtung wehrt zu seyn.
Hiedurch nun raubst du dir nicht deine Lust allein,
Die er mit seiner Ehr (o Liebe) hier verbindet;
Du raubest ihm zugleich die Ehre welche man,
In seinem Werck allein und seiner Führung findet,
Und ohne sie nicht finden kann.
Sprich selbst, wenns nicht die Menschen wollen,
Was doch für Creaturen sollen,
Aus einem GOtt ergebnen Triebe,
Empfindlich und erkänntlich seyn,
Für GOttes Weisheit, Macht und Liebe,
Für seiner Gnaden Glantz und Schein?
Worin ist doch der Unterscheid,
Der zwischen uns und andern Thieren,
Als blos hierin allein, zu spühren,
Das wir des Gebers Herrlichkeit
Und Macht und Lieb’, in seinen Wercken,
Geschickt und fähig zu bemercken?