Ich habe, leider! oft, wie ich bereits erzehlet,
Mit einem Zweiffel mich gequälet:
Ob für den Schöpfer aller Dinge,
Nicht aller Menschen Danck und Ehre, zu geringe,
Zu elend, zu verächtlich wären?
Jtzt wünsch’ ich, dir und mir noch ferner zu erklären,
Daß diese Zweifels-Last, wie starck sie scheint, wie fest;
Durch die Vernunft sich dennoch heben läßt.
Wie künstlich unser Leib von aussen und von innen
Gebildet sey, ist klar; daß dessen Kunst die Sinnen
Zu ihrem Endzweck hab’, ist auch nicht minder wahr;
Daß durch dieselben nun die Seelen
Sich mit der Creatur vermählen,
Ist gleichfals sonder Streit. Dieß scheint der Endzweck
nun,
Die Absicht und der Grund. Daß, von der Menschen
Thun
So herrlich nichts, als die Gedancken, seyn;
Stimmt mit Erfahrung überein:
Da alle Dinge nun uns ferner überzeugen,
Daß die Gedancken höher steigen,
Als das was Cörperlich;
So zeigt von selbsten sich,
Daß die Gedancken ja von uns das gröste,
Das herrlichste, das beste.
Das Beste nun von einem jeden Wesen
Scheint für die GOttheit ja mit allem Recht erlesen.