Wenn ich des Schöpfers Huld erwege,
Wie viel er Gutes zu mir lenkt,
Und alles, was er mir geschenkt,
Bedachtsam bey mir überlege:
So scheints, ich müßte mich fast schämen,
So gar viel Gutes hinzunehmen,
Da ich von dem, was mir beschehrt,
Des allerwenigsten kaum werth.
Allein,
Es fällt mir dabey ein:
Mein Geist, was willt du dich erkühnen?
Willt du denn Gott was abverdienen?
Soll etwan, was er schenkt, ein Lohn, von deinen guten Wer-
Bey dieser Meynung ist dein schwärmender Verstand
Mit einem Jrrthum stark beladen.
Es wird die Gottheit, bloß aus Gnaden,
Der Geber aus der Gab erkannt.
Ach laß mich denn, mit Lust und Freuden,
Den Geist an deinen Gaben weiden;
Denn auch das Wollen steht nicht einst in meiner Macht;
Und laß, wenn sich darauf so Geist als Sinnen lenken,
Mich oft und stets an dich gedenken!