Mein GOtt! du hast auf dieser Welt Mir so viel herrliches geschencket, Daß, wenn mein Geist es überdencket, Es aller Gaben sich so gar nicht würdig hält.
Es lallet mein gerührter Sinn Voll Danck und Andacht: HErr! ich bin Nicht würdig der Barmhertzigkeit, Nicht würdig aller Treu und Güte,
Die du an mir erzeigt die gantze Lebens-Zeit! So sprach ich jüngst, mit frölichem gemüthe, Als ich in meinem Garten ging, Und dessen Schmuck und Lag’ an zu betrachten fing.
Daß alles hier so lieblich grünet, Daß alles uns zur Anmuth dienet, Davor muß ich, HErr! dir allein In froher Demuth danckbar seyn.
Daß du mir alles wollen gönnen, Zumahlen des Verstandes Kraft, Daß ich es zierlich ordnen können, Und so viel Witz und Wissenschaft,
Es so gefällig einzurichten, Davor erfordern meine Pflichten, In froher Ehrfurcht, dir allein Zu Ehren, froh und fromm zu seyn.
Herr, von aller dieser Schönheit, von der Farben Von dem schönen Licht und Schatten, Von der Blätter-eichen Gänge Länge, Meng’ Die, in frölichem Verband, alle hier sich lieblich gatten,
Ja wodurch, in Pracht und Ordnung, alles sich So, daß nicht leicht sonder Anmuth es ein frembdes Bin ich billig gantz erstaunt: sonderlich wenn ich Und, woher es eigentlich seinen Ursprung hat? be-
Du selber hast dieß schöne Stück der Welt, Das allen, die es sehn, gefällt, Durch meine Hand, o GOtt, gezieret. Weswegen auch nur dir allein,
Natur so wol, als Kunst und Wissenschaften dein, Als die uns blos von dir geschencket seyn) Lob, Ehre, Preis und Danck gebühret. Muß ich nun gleich den schönen Ort,
Nach deinen Führungen, hinfort, Und zwar auf lange Zeit, verlassen; So such’ ich mich mit diesem Trost hiebey, Daß es, wills GOtt, doch nicht vor immer sey;
In dem Verlust zu fassen. Wie leicht läßt es der Schöpfer doch geschehn, Daß ich ihn frölich wieder sehn, Und sein aufs neu geniessen kann.
Ich fleh ihn auch, wenn es sein Gnaden-Wille, Darum hiemit, in Demuth, an. Will GOtt es aber nicht; wohlan, So halt ich ihm, nach meinen Pflichten stille,
Da GOttes Wahl auch billig meine Wahl, Und seh’ des Gartens Pracht, mit seiner Anmuth Fülle, Gelassen denn hiemit zum letztenmahl. Mir fällt jedoch hiebey ein Wunsch in Schwachheit ein,
Den, wo er dir misfällt, du gnädig wirst verzeih’n; Es preßt die Eigen-Liebe mir Den Seufzer aus: Ach, HErr! gefiel es dir, Daß, wenigstens, doch dieser Garten hier
Bey meinem künftigen Geschlechte, Vergnügt und wol gebraucht, verbleiben mögte!
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