Wenn das entstandne Morgenroth die Schatten Westen-
wärts verdrenget,
Und das bethaute, feuchte Feld den ersten Sonnen-Strahl
empfänget,
Der über die begrasten Wiesen, wie eine güldne Fluth, sich
legt;
Wird Millionen reinen Tropfen ein himmlisch Gläutzen
eingeprägt.
Zu Anfang sieht man hohe Kräuter, und langen Grases
schwancke Spitzen,
Durch die zuerst empfundne Glut, nur eintzeln hin und
wieder blitzen,
Biß allgemach ein tausend-färbig-und Diamanten-gleicher
Schein
Des gantzen Feldes Flächen decket: das Funckeln ist jetzt
allgemein.
Man siehet alles, was man sieht, in einem bunten Glantze
glimmen;
Es scheint der halb entzückte Blick zu gleich zu glühen und
zu schwimmen
In bunt gefärbtem Feur und Wasser, von welchem die
vereinte Pracht,
Durchs Aug’ und Hirn, in unsre Seele den angenehmsten
Eindruck macht.
Den sonst kein Vorwurf wircken kann. Man wundre sich
hierüber nicht,
Daß, da der Sonnen-Strahl im Thau sich recht als wie
ein Demant bricht;