Da nunmehr des Tages Gläntzen und der Sonnen
helle Pracht
Unsern Augen sich entzogen; da die Schatten-reiche Nacht,
Mit den stillen Finsternissen, Himmel, Erd’ und Meer
erfüllt,
Und der irdischen Geschöpfe Farb’ und Bildung gantz
verhüllt,
Unsern Leib zur Ruhe ruft, um, nach heut vollbrachten
Wercken,
Jhn, durch einen sanften Schlaf, kräftig wiederum zu
stärcken,
Und ich, voll Beqvemlichkeit, auf so weichen Feder-Decken,
Sonder Sorgen, Furcht und Gram, mich gesund vermag
zu strecken:
Auf mein Geist! den grossen Schöpfer der den Himmel und
die Welt,
Bey so wunderbarem Wechsel, in so richt’ger Ordnung
hält,
Der die stille Nacht zur Ruhe dir gegönnet, zu besingen!
Und ein schuldig Abend-Opfer seiner Lieb’ und Macht zu
bringen!
Dieses kann nun füglicher, wie du selber wirst gestehn,
Wenn du redlich danckst, mein Geist, als durch Dancken,
nicht geschehn.
Will man aber redlich Dancken; muß man, mit vergnüg-
tem Muth,
Sich mit rechtem Ernst bestreben, das von
empfangne Gut,